12.12.2015

Rezept für einen weihnachtlichen Entenbraten

Hallo meine Lieben,
bevor es in den nächsten Tagen mit dem ganzen Süßkram losgeht, möchte ich euch heute das Familienrezept meines Liebsten, zur weihnachtlichen Ente zeigen. Ich hab sie für meinen Schatz zum Nikolaus gemacht, die Fotos sind immer zwischendurch entstanden. Und da wir dann einfach nur Essen wollten, gibt es kein fertig arrangiertes Bild vom servierten Teller :) ich hoffe ihr könnt es mir verzeihen :D




Bei meinen Schwiegereltern wird das Essen immer etwas süßlich angerichtet, mein Schatz mag das Essen dann natürlich auch lieber süßlicher und ich habe mich schon daran gewöhnt :D Und somit wird natürlich auch die Ente süßlich zubereitet. Das heißt, dass Fleisch ist natürlich normal gesalzen, aber die Soße wird am Ende etwas süßlich schmecken. Solltet ihr normalerweise keine Rosinen essen, braucht ihr nicht wegzuklicken, denn ich esse auch keine. Aber von dem Rosinengemack wird man am Ende nichts merken ;) Versprochen!

Auch das Rotkohl wird ein bisschen anders aufgedeckt. Bei uns wird es sehr lange gekocht, damit es schön weich ist... jaaa ich weiß, dann sind alle Vitamine und alles sonstige raus, aber so schmeckt es uns am besten :) 

Falls ihr also noch nicht wisst, was ihr zum Weihnachtsfest macht, vielleicht wollt ihr ja mit einer leckeren Ente glänzen :) Keine Panik oder Angst vor der Zubereitung, und nicht gleich von Anfang an sagen: "haha, Ente, kriege ich nieeemals hin". Vor ein paar Jahren hätte ich auch nie daran gedacht, für meinen Liebsten eine Ente zuzubereiten. Aber wie ihr sehen könnt, klappt es :)

Am besten Ihr bestellt die Ente bei einer guten Fleischerei oder ihr geht zu einem Entenhof und seht somit auch, wie und wo die Enten aufwachsen. Bei 3,50 € pro Kilogramm der eingefrorenen Ente im Discounter, weiß man eigentlich schon, wie die auf den Preis kommen. Aber das muss dann jeder für sich entscheiden.

Plant an dem Tag, wo ihr sie machen wollt, vorher Zeit ein. Ungefähr kann man sagen, pro Kilo der Ente 1 Stunde im Ofen.

Soooo und nun kommen wir zu den Zutaten:
 
Für die Ente: 
  • einen großen Entenbräter, wo das Entchen reinpasst
  • eine Ente (3 Kilo reichen bei uns für 4 Personen) 
  • 2-3 Äpfel (aber keine mehligen!)
  • 1 Packung Rosinen
  • 3-4 EL Zucker
  • Salz 
  • Nadel und Faden zum Zunähen
  • 2 kleine Zwiebeln
Für das Rotkohl: 
  • 1 Glas Rotkohl
  • etwas Zucker
  • etwas Mehl + Wasser
 Für die Soße: 
  • Soßenbinder für dunkle Soße
  • Kartoffeln oder Klöße (Je nachdem was ihr lieber mögt)
Die Zubereitung:

der Ente 

- Heizt euren Ofen bei 200 ° Ober-/Unterhitze vor und schiebt das Rost in die unterste Schiene.
- Wascht, schält und schneidet die Äpfel in Würfel. Nun gebt ihr die Rosinen mit den geschnittenen Äpfeln in eine Schüssel. Jetzt verrührt ihr beides und rührt den Zucker schön mit unter.


- Sollten Innereien dabei sein, sind diese meist im Tütchen in der Ente, die müsst ihr natürlich rausnehmen. Nun kommt das Entchen dran. Spült die Ente als erstes von außen und innen gründlich mit Wasser ab. Restliches Blut und Schmutz wird so nun grob abgewaschen.
- Die überschüssige Haut lasst ihr erstmal dran, damit ihr die Ente später gut zunähen könnt.
- Jetzt wird es ein bisschen fummelig, denn ihr müsst die Drüsen der Ente entfernen. Diese befinden sich oben an der Haut über den "Schultern" und am Bürzel (das andere Ende :D hier waren früher mal die Schwanzfedern zu finden)
- Die oberen Drüsen könnt ihr ganz gut mit den Fingern abpulen, sie sind meistens mit reichlich Fett umgeben. Trotzdem ist es ein bisschen schwierig und hartnäckig, sie von der Haut zu bekommen, ohne diese kaputt zu machen.
- Den Bürzel müsst ihr abschneiden. Nehmt dazu ein ganz scharfes Messer, damit ihr euch nicht ganz so anstrengen müsst. Passt auf das ihr beim durchtrennen nicht genau die Drüse trefft (diese sieht gelblich rund aus und in der Mitte ist das Drüsensekret). Falls es doch passiert ist, keine Panik, einfach das Messer abwaschen und nochmal näher an der Ente abschneiden.
- Jetzt müsst ihr das Entchen nochmal waschen.
- Nun salzt ihr die Ente gut in der Innenseite, nehmt soviel Salz bis sie an allen Stellen gesalzen ist.
- Jetzt wird die obere Seite zugenäht. Fangt von oben (also der Brustseite) an und näht die Ente zu. Ihr müsst mit der Nadel komplett durch die Haut und das darunterliegende Gewebe, sonst reißt der Faden beim anziehen aus der Haut. 
- Ich mache immer Knopflochstiche. Das heißt, bevor die Schlaufe zusammenzieht, geht ihr mit der Nadel und dem Faden nochmal unten durch, so verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Naht aufgeht. So verließt ihr die komplette obere Seite der Ente.


 

- Jetzt füllt ihr die Rosinen-Apfelmischung in die Ente. Stopft die Füllung schön rein, damit alles ins Bäuchlein reinpasst.
- Wenn alles drin ist, müsst ihr jetzt die untere Seite zunähen. Hier macht ihr es genauso wie bei der anderen Seite, ihr fangt von oben vom Bauch an und näht dann nach unten. Wenn ihr alles zugenäht habt, müsst ihr das Entchen noch von außen schön einsalzen. Vergesst die Flügel und Schenkel nicht ;)
- Solltet ihr die Innereien gerne essen, müsst ihr diese ebenfalls säubern. Mein Schatz liebt das Herz und den Magen. Da beide Sachen Muskeln sind, müsst ihr hier die Muskelhaut entfernen, beim Herzen ist es sehr einfach, beim Magen sieht es schon anders aus. Die Muskelhaut glänzt silbern und man kann sie auch nicht mit dem Fingernagel einritzen. Wenn ihr die dran lasst, wird das Kauen keinen Spaß machen. Also vorsichtig runterreißen oder ganz fein runter schneiden. Das ist meist kniffliger als die Ente an sich :D
- Wenn das geschafft ist, salzt ihr die Innereien ebenfalls.

- Jetzt legt ihr die Ente, auf dem Bauch!!! in den Bräter. Das ist ganz wichtig, da sie nach der Hälfte der Zeit umgedreht wird und somit die Brust nachher schön knusprig wird.
- Jetzt putzt ihr die Zwiebeln und viertelt sie. Die Zwiebeln kommen mit den Innereien neben die Ente in den Bräter.
- Füllt jetzt in den Bräter etwas Wasser, sodass der Boden gut gefüllt ist. Jetzt kommt sie in den Ofen.
Wie oben schon beschrieben, pro Kilogramm 1 Stunde.


 

das Rotkohl
- Solltet ihr kein weiches Rotkohl mögen, stellt ihr es nun mit etwas Zucker und etwas Wasser auf und lasst es nebenher köcheln. Wenn ihr lieber ganz weiches Rotkohl mögt, wie wir, könnt ihr es schon am Vortag für 2 Stunden ansetzen und es wieder anstellen, bevor ihr mit dem Saubermachen der Ente beginnt.
- Rührt immer mal wieder um und gießt etwas Wasser nach, sollte das andere Wasser verdampft sein.



- Stellt euch nun alle 25 Min einen Wecker, denn um nachher eine perfekte Soße zu bekommen, müsst ihr das Fett vom Wasser unten abschöpfen. Hierfür ist eine kleine Kelle perfekt geeignet. Ihr könnt danach die Ente immer mit etwas Brühe vom Bräter übergießen.
---> das müsst ihr bis zum Schluss durchziehen! Wenn es unten etwas anbrennt, ist das nicht so schlimm, gießt ein ganz kleines bisschen Wasser nach. Die Soße hat am Ende dann schön würzig.
- Nach der Hälfte der Zeit (also bei einer 3 Kilo Ente, nach 90 Min.) dreht ihr die Ente auf den Rücken.

die Kartoffeln
- Eine Halbe bevor die Ente fertig ist, müsst ihr die Kartoffeln aufsetzen, damit sie rechtzeitig fertig werden.

- Sollte die Ente zum Ende hin schon eure gewünschte Bräune erreicht haben, könnt ihr die Temperatur etwas senken. (Auf 160-170°C)
- Nach den drei Stunden nehmt ihr die Ente und die Innereien aus dem Bräter.

die Soße
- Jetzt stellt ihr den Bräter mit der Flüssigkeit auf den Herd, lasst diese aufkochen und etwa 5 Min. köcheln. Sollte nicht mehr genug Flüssigkeit sind sein, könnt ihr etwas Wasser nachkippen. Kratzt mit einem Quirl die etwas angebrannten Stellen ab.
- Jetzt gießt ihr die Flüssigkeit durch ein Sieb in einen Topf, da die Stückchen der Zwiebeln nicht mit in die Soße sollen.
- Drückt die Sachen im Sieb mit dem Quirl etwas aus und spült nochmal etwas Wasser nach.
- Ihr müsst die Flüssigkeit im Topf sowieso noch mit etwas Wasser auffüllen, damit alle genug Soße bekommen :D
- Stellt den Topf nun wieder auf die heiße Platte und lasst die Soße köcheln, jetzt müsst ihr die Soße mit dem Soßenbinder andicken, damit sie schön sämig wird.
- Am besten nehmt erst ein bisschen und gebt immer etwas dazu, nicht das sie zu dick wird.
- Sollte sie doch zu dick werden, könnt ihr das mit etwas Wasser ausgleichen. Zum Schluss schmeckt ihr sie noch ab. 

das Rotkohl
- Zum Abschluss beim Rotkohl wird dies bei uns noch etwas angedickt. Dazu verquirlt ihr etwas Mehl mit etwas Wasser, dies rührt ihr nun unter das Rotkohl. 



SOO und nun könnt ihr servieren. :) Es ist ein bisschen viel zu lesen, aber lasst euch nicht davon abschrecken sondern probiert es einfach mal aus.
Lasst es euch schmecken :)
Eure Lisa :*

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